Univ.-Prof. Mag. Dr. Jutta TOELLE

Jutta Toelle

Akademischer Titel: Univ.-Prof. Mag. Dr.

Tätigkeitsbereich: Angewandte Musikwissenschaft

Raum: 228

E-Mail: jutta.toelle@gmpu.ac.at

Fachbereich(e)

Angewandte Musikwissenschaft

Funktion

Professorin für Angewandte Musikwissenschaft

Künstlerisch-Pädagogisches Profil


Wissenschaftliches Profil

Jutta Toelles praxisorientierte, kultur- und sozialgeschichtlich grundierte Forschungsprojekte stellen fundamentale Fragen nach dem Hören, Rezipieren und Machen von Musik. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen die Fragen, wie Menschen Musik erleben und welcher Wert der Erfahrung von (Live-)Musik in einer Gesellschaft beigemessen wird. Abgeschlossene Forschungsprojekte (s. Publikationen) widmeten sich Themen wie Applaus, der Opernindustrie des 19.Jhs. und der Kulturpolitik von Erzherzog Ferdinand Maximilian; zuletzt stand die Idee von „Mission durch Musik“ in der frühen Neuzeit im Fokus, exemplifiziert am Einsatz von Musik durch die Jesuiten in Lateinamerika. Zurzeit arbeitet sie im Rahmen mehrerer internationaler Forschungsprojekte zu Konzert- und Opernpublika sowie dem Musik-Erleben im 21. Jahrhundert.

Jutta Toelle studierte Musikwissenschaft und Geschichte in Berlin und Venedig und wurde 2005 mit einer Arbeit über die italienische Opernindustrie im 19. Jahrhundert an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert („Oper als Geschäft. Impresari an italienischen Opernhäusern, 1860-1900“, Bärenreiter 2007). Von 2007 bis 2012 lehrte und forschte sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Musiksoziologie der HU Berlin. Nach einem Jahr als Visiting Scholar am Department of Music der University of Chicago arbeitete sie von 2013 bis 2019 an der Musikabteilung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. Als Lehrbeauftragte war sie an den Universitäten von Berlin, Padua, Wien und Mainz tätig.

Aktuelle Forschungsprojekte: • Publikumsbeteiligung, Vermittlungsprojekte und experimentelle Konzertformate in der Klassischen Musik (u.a. CONNECT) • Experimentelle Konzertforschung (ECR, Drittmittelprojekt, www.experimentalconcertresearch.com) • Studien zum Opernpublikum und zum Inklusionspotential von Oper (Theater Mannheim, Stadtteiloper Bremen) • Weitere Forschungsprojekte in Planung

Publikationen: **Aktuelle Publikationen (seit 2017) **

  1. Toelle, J. & Sloboda, J. (2019). The Audience as Artist? The Audience’s Experience of Participatory Music. Musicae Scientiae. doi:10.1177/1029864919844804

  2. Toelle, J. (voraussichtlich 2020), mit Carlotta Sorba. The Italian opera world and its canons. In C. Newark/ W. Weber (Hrsgg.), Oxford Handbook of the Operatic Canon, Oxford University Press.

  3. Seibert, C., Toelle J., & Wald-Fuhrmann, M. (2019). Live und interaktiv: ästhetisches Erleben im Konzert als Gegenstand empirischer Forschung. In: M. Tröndle (Hrsg.): Das Konzert II. Beiträge zum Forschungsfeld der Concert Studies, Transcript: Bielefeld.

  4. Toelle, J. (2018). Der Gegenspieler, oder: das denkende Publikum. In: sym, Das Magazin der Symphoniker Hamburg, Oktober 2018.

  5. Toelle, J. (2018). Applaus (Akustische Phänomene V.1). In D. Morat/ H. Ziemer (Hrsg.), Handbuch Sound. Geschichte – Begriffe – Ansätze, Verlag J.B. Metzler: Stuttgart/ Weimar.

  6. Toelle, J. (2017). Mission Soundscapes: Demons, Jesuits and Sounds in Antonio Ruiz de Montoya's Conquista Espiritual (1639). In D. Hacke/ P. Musselwhite (Hrsgg.), Empire of the Senses: Sensory Practices and Modes of Perception in the Atlantic World, Leiden: Brill.

  7. Toelle, J. (2017). Italienische Opernindustrie global: Theater und Verlage. In R. Erkens (Hrsg.), Giacomo-Puccini-Handbuch. Verlag J.B. Metzler, in Kooperation mit Bärenreiter: Stuttgart/ Weimar.

**Monographien und Herausgeberschaften ** 8. Bicher, K., Kim, J., Toelle, J. (2011). Musiken. Festschrift für Christian Kaden. Berlin: Ries und Erler.

  1. Müller, S.O., Ther, P., Toelle, J., zur Nieden, G. (2010). Die Oper im Wandel der Gesellschaft. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters in Europa. Wien/Köln/Weimar: Böhlau/ Oldenbourg.

  2. Toelle, J. (2009). Bühne der Stadt. Mailand und das Teatro alla Scala zwischen Risorgimento und Fin de Siècle. Wien/München: Oldenbourg Verlag.

  3. Müller, S.O., Toelle, J. (2008). Bühnen der Politik. Die Oper in europäischen Gesellschaften im 19. und 20.Jahrhundert, Wien/München: Oldenbourg Verlag.

  4. Toelle, J. (2007). Oper als Geschäft. Impresari an italienischen Opernhäusern 1860-1900. Kassel: Bärenreiter Verlag (Druckfassung der Dissertation).

Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge (bis 2016)

  1. Toelle, J. (2016). Todas las naciones han de oyrla: Bells in the Jesuit reducciones of Early Modern Paracuaria. Journal of Jesuit Studies (monographic issue: Music and Sounds in the pastoral practice of early modern Jesuits), 3:3.

  2. Toelle, J. (2016). Das Baumol'sche Gesetz (Fallstudie 'Opernbetrieb'). In V. Kalisch (Hrsg.), Musiksoziologie. Kompendien Musik Band 8, Laaber: Laaber.

  3. Toelle, J. (2014). Fremdes oder eigenes Brot? Musik im Neuen Welt-Bott Joseph Stöckleins. In C. Storch (Hrsg.), Die Musik- und Theaterpraxis der Jesuiten im kolonialen Amerika. Grundlagen, Desiderate, Forschungsperspektiven. Sinzig: Studio-Verlag, 75-92.

  4. Toelle, J. (2014). Da indessen die Mohren den Psalm: Lobet den Herrn alle Heiden! abgesungen.’ Musik und Klang im Kontext der Mission im México der Frühen Neuzeit. Historische Anthropologie, 22/3, 334-349.

  5. Toelle, J. (2014). Was michs kostet, die Indianer in unserer Europäischen Music zu instruiren, ist dem lieben Gott allein bekannt. Kircher und die jesuitische Mission durch Musik in Paraquaria. In M. Wald-Fuhrmann (Hrsg.), Steinbruch oder Wissensgebäude? Zur Rezeption von Athanasius Kirchers „Musurgia universalis“ in Musiktheorie und Kompositionspraxis. Basel: Schwabe (= Bibliotheca Helvetica Romana 33).

  6. Toelle, J. (2012). Opera as business? From impresari to the publishing industry, Journal of Modern Italian Studies, 17:4, 448-458.

  7. Toelle, J. (2012). Zielpunkt: Austro-Italiens moralische Hegemonie. Die Kulturpolitik Erzherzog Ferdinand Maximilians und das Ende der habsburgischen Herrschaft in Lombardo-Venetien, 1857-59. In P. Ther (Hrsg.), Kulturpolitik und Theater. Die kontinentalen Imperien Europas im Vergleich (S. 175-199). Böhlau: Wien.

  8. Toelle, J. (2011). Rasende Weiber und Schallmeyen. Musik im Neuen Welt-Bott Joseph Stöckleins. In K. Bicher, J. Kim, J. Toelle (Hrsgg.), Musiken. Festschrift für Christian Kaden. Ries und Erler: Berlin.

  9. Toelle, J. (2011). Opera, hypnosis and rollerskating: the rise of the Italian Politeami as multiple-use theatres. In V. Katalinic & S.Tuksar (Hrsgg.), Musical Theatre as High Culture?, Zagreb: Croatian Musicological Society.

  10. Toelle, J. (2010). Der Duft der großen weiten Welt. Ideen zur weltweiten Ausbreitung der italienischen Oper im 19. Jahrhundert. In S.O. Müller, P. Ther, J. Toelle, G. zur Nieden (Hrsg.), Die Oper im Wandel der Gesellschaft. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters in Europa, Böhlau/ Oldenbourg: Wien/ Köln/ Weimar.

  11. Toelle, J. (2009). „Verkündiger jener neuen musikalischen Welt“: Angelo Neumanns reisendes Richard-Wagner-Theater in Italien 1883. In P. Stachel & P. Ther (Hrsgg.), Wie europäisch ist die Oper? Die Geschichte des Musiktheaters als Zugang zu einer kulturellen Topographie Europas, Böhlau/ Oldenbourg Verlag: Wien/Köln/Weimar.

  12. Toelle, J. (2008). Oper als Bühne der Politik. Historische und musikwissenschaftliche Perspektiven (Vorwort, mit Sven Oliver Müller). In S.O. Müller & J. Toelle (Hrsgg.), Bühnen der Politik. Die Oper in europäischen Gesellschaften im 19. und 20.Jahrhundert (S. 7-19), Oldenbourg Verlag: Wien/München.

  13. Toelle, J. (2007). „Das tanzende General-Gouvernement“. Die kulturpolitischen Ideen des Erzherzogs Ferdinand Maximilian als Generalgouverneur des Lombardo-Venetischen Königreiches, 1857–1859, Römische Historische Mitteilungen 49.

  14. Toelle, J. (2007). Venice and its Opera House: Decadence and Hope at the Teatro La Fenice, 1866–1897, in: Journal of Musicological Research 26, 1.